Wohnen ohne Heizung im Holzhaus von mio HOLZBAU

Eine kleine Geschichte von seinem ganz persönlichen Traumhaus aus Holz schrieb uns dieser zufriedene Hausbauer und mio HOLZBAU-Kunde.

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1. Die Vorgeschichte

Traumhaus aus Holz

Ich glaube nicht an die Idee eines Traumhauses. Jetzt zum Beispiel sitze ich an meinem PC und wünschte mir, direkt neben meinem Bildschirm eine vollautomatische Kaffeemaschine. Aber ehrlich, wer plant schon einen Wasseranschluss neben den PC? Mal ganz abgesehen davon, dass keinesfalls gesagt ist, dass der Schreibtisch immer und unwiderruflich genau an dem Fleck steht, wo er sich im Moment befindet.

Ich glaube daran, dass sich Wünsche und Träume immer wieder verändern und so eben auch das Traumhaus. Wer nun aber baut, baut jetzt. Trifft im Augenblick eine Entscheidung. Nur wer bereit ist entschieden zu bauen wird mit dem Hausbau einmal fertig – wohl wissend er habe Kompromisse geschlossen oder sogar „falsche“ Entscheidungen getroffen. Wie beispielsweise auf einen Wasseranschluss im Büro verzichtet.

Ausgangssituation

Ich bin ein untypischer Familienpapa mit Frau und zwei Kindern. Große Projekte üben auf mich einen ganz besonderen Reiz aus, wenn ich auch dabei nie an ein Haus gedacht hätte. Die Idee ist eigentlich aus der Not geboren und muss ganz eindeutig meiner Frau zugeschrieben werden, die nicht mehr in einer schimmeligen Wohnung wohnen wollte und auf den Immobilienseiten der Zeitung unfündig blieb. Es musste also etwas geschehen...

Das erste Beratungsgespräch bei der Firma Miocic (St. Peter)

Mit unseren finanziellen Vorstellungen und Möglichkeiten gingen wir direkt nach St. Peter zur Firma Miocic, die mir von unabhängiger Seite empfohlen worden war. Für uns kam aus öko-logischen und –nomischen Gründen nur ein Bauunternehmen aus der Region in Betracht. Ein Holzhaus wählten wir aus Dämm- und Rohstoffgründen. Wir erhielten hier eine faire Kalkulation für ein kleines Haus innerhalb des uns gesteckten Finanzrahmens. Positiv stimmte uns die freundliche Atmosphäre, die Unkompliziertheit, die ökologische Ausrichtung und das Konzept des mio HOLZBAU-Hauses.

Zeitplan und Finanzierung

Nachdem wir uns grundsätzlich für ein mio HOLZBAU-Haus entschieden hatten, kam das nicht unerhebliche „Finetuning“. Wir brauchten einen Bauplatz, die finanziellen Mittel und den passenden Zeitpunkt. Von Februar bis August sind es bekanntlich sechs Monate. In dieser Zeit sollten nach unseren Vorstellungen folgende Dinge passieren: Grundstückskauf, Finanzierung, Baubeginn, Rohbauabschluss. Einzugstermin: 01. September. Glücklicherweise kniete sich meine Frau mit viel Energie in Finanzierung, Planung und Bauplatz.

Meine Aufgabe bestand darin, bereit zu sein wenn im Mai mit dem Bau begonnen werden sollte. Wir hatten aus finanziellen Gründen beschlossen, möglichst viel in Eigenleistung zu erbringen: Grundsätzliche handwerkliche Fähigkeit vorhanden, vom Bau keine Ahnung.

Die Aufgabe der Firma Miocic bestand darin, unsere Vorstellungen soweit wie möglich zu realisieren und uns bei allen Problemstellungen zu unterstützen. Bei weitem keine einfache Aufgabe! Sie planten gemeinsam mit uns ein „passendes“ Haus, begannen mit der Produktion schon bevor die Finanzierung definitiv zugesagt war, fanden einen Architekten, der die Pläne unterschrieb und unterwiesen mich in der Hausbaukunst.

Ein großes kleines Wunder

Um es hier schon vorweg zu nehmen: Wir sind tatsächlich am 01.09.2007 nach nur 6 Monaten Vorlauf in „unser Haus“ eingezogen. Und das war kein Traum, sondern Realität. Natürlich war das Haus längst nicht fertig. Es fehlte nahezu der komplette Innenausbau. Aber es gab eine Haustür und ein benutzbares Bad. Die ersten Wochen war sehr unkonventionell, wir zogen sukzessive in die Räume ein. Bis die beiden unteren Stockwerke fertig gestellt wären, würde es noch ungefähr 500 Arbeitsstunden dauern. Aber auch das ist irgendwann tatsächlich geschehen.

2. Unser Haus, ein Haus wie kein anderes

Wärmedämmung

Ein mio HOLZBAU-Haus ist anders. In Hinsicht Wärmedämmung wurden unsere eigenen Vorstellungen übertroffen. Die ISOFLOC Dämmschicht schirmt das Haus so gut gegen Wärmeverlust ab, dass die Räume ständig belüftet werden müssen. Diese Aufgabe übernehmen kleine Ventilatoren (inVENTer), die in jedem Raum in der Außenwand sitzen und nach Bedarf Luft herein oder herausblasen. Der Effekt ist ein angenehm gelüftetes Haus mit sehr geringem Wärmeverlust, der übrigens im Sommer auch dazu führt, dass sich das Haus nicht allzu schnell aufheizt.

Wohnen ohne Heizung

Die Idee ganz ohne Heizung wohnen zu können, begeisterte uns von vornherein. Gerade aus ökologischer Hinsicht waren wir davon überzeugt, keine fossilen Brennstoffe zu verbrauchen. Das mio HOLZBAU-Haus sollte so gut gedämmt sein, dass die Wärme allein durch das Bewohnen erzeugt würde. Zusätzlich würde ein Kaminofen in der Stube die notwendige Wärme für kalte Wintertage bereit stellen. Des weiteren wurde in allen Zimmern noch einfache Stromheizungen geplant, die bedarfsgerecht für spontane Wärme sorgen können. In unserem ersten Winter prallten Traum und Wirklichkeit zunächst jäh zusammen. Unser Haus blieb kalt. Das lag zunächst daran, dass wir auf die Lieferung unseres Kaminofens warten mussten, und andererseits an der plötzlichen Kälte, die im November 2007 über Südbaden hereinbrach. Uns wurde schlagartig bewusst, dass wir unser Haus sehr wohl erwärmen müssen, und in uns stieg die Angst, beim Verzicht auf eine konventionelle Heizungsanlage einen Fehler gemacht zu haben.

Ein warmes Haus

Mit den richtigen Maßnahmen ist es gut möglich, ein warmes Haus zu bewohnen. Allerdings gehört dazu etwas mehr, als bei herkömmlichen Wohnungen. Um ein warmes mio HOLZBAU-Haus zu erhalten sind einige Dinge notwendig, die bei selbsttätig laufenden Heizungen nicht anfallen, oder unbemerkt vollautomatisch ablaufen. Im Gegenzug erhält man jedoch eine äußerst zufriedenstellende Öko-Bilanz, die sowohl finanzielle, wie umweltorientierte Werte umschließt. Wer, wie wir, einen Kaminofen (sog. Schwedenofen) in der Stube unterhält, muss täglich für Brennholz sorgen und den Ofen reinigen. Bei uns läuft der Ofen von November bis April. In dieser Zeit verbrauchen wir ca. 4 m³ Holz, was im Vergleich zu anderen Bauten sehr wenig ist. Zusätzlich beheizen wir unsere Bäder mit einer elektrischen Fußbodenheizung, was ich jedem Eigenheimbauer ganz besonders warm ans Herz lege. In Kinderzimmern und wärmeren Räumen laufen durch Zeitschaltuhren gesteuert, einfache Stromheizungen, die jeweils 3 bis 4 Stunden am Tag Wärme abstrahlen. Diese Maßnahmen ergeben ein moderat erwärmtes Haus, das sich gut bewohnen lässt. Bei spontan auftretenden Frostattacken kann man ja jederzeit in die Stube an den Ofen gehen um sich einen warmen Rücken oder Füße zu holen. Für längere Aufenthaltszeiten in einem abgelegenen Zimmer lohnt es sich, die el. Heizung anzuschalten. Ansonsten helfen auch oftmals wärmere Socken über kalte Füße hinweg.

Nach nunmehr drei Wintern kann ich auch bestätigen, dass sich ein Gewöhnungseffekt einstellt, der Temperaturen von 19 Grad als völlig ausreichend erscheinen lässt. Verwöhnten Warmduschern würde ich allerdings eine konventionelle Heizung empfehlen, die keine Wünsche offen lässt – sofern sich das mit der grünen Seele und dem Bankkonto vereinbaren lässt. Es seien hier auch noch alternative Systeme wie Wärmepumpenheizung oder wasserführende Öfen erwähnt. In diesem Segment tut sich derzeit recht viel.

Sonne auf unser Haus

„Ein schöner Tag zum Duschen!“ – kein Witz, solche Gedanken kommen einem in den Sinn, wenn man, wie wir, eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach sitzen hat. Sie sorgt an sonnigen Tagen für warmes Wasser. Da lacht das Öko-Herz! Man fühlt sich von der Sonne beschenkt. Leider fühlt man sich an trüben Tagen auch von ihr betrogen. Denn dann muss das Wasser mittels Stromheizelement erwärmt werden. Mal abgesehen von der nur lauwarmen Freude, verzichte ich aus ökonomischen, wie logischen Gründen an solchen Tagen lieber auf die Dusche.

Wie inzwischen reichlich gelesen, benötigen wir in unserem mio HOLZBAU-Haus ständig Strom. Die Lüfter laufen, die Stromheizungen sorgen für Wärme, und wie jedes Haus benötigen Kühlschrank und Telefon ständig Strom. Licht, Herd, Waschmaschine, Spülmaschine, Computer, Radio, Wecker und etliches mehr verlangen elektrische Energie. Da liegt es auf der Hand, die staatlich geförderten Photovoltaik-Anlagen ins Auge zu fassen. Wir haben es mittels kompletter Fremdfinanzierung geschafft, eine Anlage mit 3,98 kW Piek auf die Südseite zu montieren. So speisen wir Jährlich Öko-Strom ins Netz, und freuen uns noch mehr über jeden Sonnenstrahl. Auf diese Weise gelang es uns im Jahr 2009 sogar mehr Strom zu produzieren, als wir insgesamt (mit allen Lüftern, Heizern und Standardgeräten) verbraucht haben! Ein echtes Energie-Plus Haus.

Energiebilanz unseres Energie-PLUS Hauses

Unser Haus steht auf einem Baufenster von 6,50m auf 12m. Es umfasst zwei volle und ein Dachgeschoss. Derzeit bewohnen wir lediglich die beiden unteren Stockwerke mit etwa 120 qm. Die Süddachseite bietet genügend Fläche für eine Photovoltaik und eine Solarthermie-Anlage. Die erste Jahresbilanz mit Photovoltaik-Anlage konnte am 20.05.09 erstellt werden. Hierfür ergaben sich folgende Werte

Zeitraum: 20.05.08 – 20.05.09
Brennholz: ca. 4m³
Stromverbrauch: 3932 kW
Stromproduktion: 4195 kW

Kellerlos gebaut

Eine kleine Besonderheit unseres Hauses besteht auch darin, dass wir keinen Keller erbauen ließen. Dies macht etwa eine Ersparnis von 20.000 Euro für den Rohkeller, und noch mal 3000 Euro für den Kellerausbau, wenn man alles selber macht. Unterm Strich also 23.000 Euro. Man sollte sich dabei gut überlegen, dass irgendwo Abstellflächen eingeplant werden müssen. Außerdem ergeben sich für Wasser- und Stromanschluss unkonventionelle Lösungen, die einerseits unbedingt vorher bedacht werden sollten (was bei uns leider irgendwie vergessen wurde...) und auch zusätzlich Kosten verursachen können (z.B. eine Zusatzheizung für den Wasseranschluss zur Gewährung der Frostsicherheit). Wenn man es sich leisten kann, würde ich inzwischen eher zu einem Kellerbau raten, auch wenn wir mit unserer Lösung recht gut leben können.

3. Das Haus entsteht

Die Bauphase

Die Bauphase lief nahezu reibungslos ab. Die Firma Miocic arbeitete professionell, zeitgerecht, lösungsorientiert und führte mich in die notwendigen Tätigkeiten sehr gut ein. Ich bin wirklich froh, so viel über unser Haus gelernt zu haben, denn inzwischen können die allermeisten Arbeiten im Dachausbau von mir alleine ausgeführt werden. Ich fühlte mich ständig gut unterstützt und verstanden. Der ausgewählte Elektrikerbetrieb fiel ebenfalls durch sorgfältige und gewissenhafte Arbeit auf. Die Bauleitung durch Herrn Miocic verlieh uns ein sicheres Gefühl, das nicht enttäuscht wurde. Was den Hausbau angeht waren wir mehr als zufrieden mit unserer Wahl. Daher könnte ich der Firma Miocic ohne Bedenken ein Gütesiegel für gewissenhafte Arbeit verleihen.

Koordination

Ein Punkt der wohl in vielen Bauten gewisse Schwierigkeiten macht, ist die Koordination und Absprache unterschiedlicher Betriebe. Was den Zeitablauf angeht, so waren wir in besten Händen. Allerdings fehlte es hier und da an Absprachen über Baumaßnahmen, was den Fundamentbau, die Wasserinstallation und die unterste Treppe angeht. Diese Probleme konnten im Verlauf jedoch befriedigend gelöst werden. Mein Tipp an dieser Stelle: Größere Transparenz schaffen und verlangen. Ein gemeinsamer Besprechungstermin mit genau protokollierten Abmachungen könnte vielleicht Wunder wirken.

4. Das Haus steht auf festem Grund

Aller Zeitnot zum Trotz, entstand ein Haus, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Wenn der Dachausbau abgeschlossen ist, bewohnen wir großzügig 180qm Wohnfläche. 7 Zimmer, eine Stube mit Küche und Wohnbereich, 3 Bäder und 2 Abstellräume. An die Besonderheiten eines Heizungslosen Wohnens haben wir uns inzwischen gewöhnt, und freuen uns über die gute Öko-Bilanz. Im Vergleich zu günstigeren Anbietern kann man nur auf die hervorragende Bausubstanz verweisen, die nach unserer Einschätzung einen hohen Werterhalt sichert. Wir sind fest davon überzeugt, eine richtige und gute Entscheidung getroffen zu haben.